Aufklärung und Kritik  


Sonderheft Nr. 2 / 1998

ISSN 0945-6627

Schwerpunkt Liberalismus
Libertäre und Liberale zu gesellschaftlichen Problemen der Gegenwart

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Inhaltsverzeichnis:


Dr. Gerhard Engel:
Vorwort

Prof. Dr. Gerard Radnitzky:
FÜR EIN POLITIKFREIES ZUSAMMENLEBEN - "Against Politics"

PD Dr. Hardy Bouillon:
Libertärer Anarchismus – eine kritische Würdigung

Dr. Ingo Pies und Dr. Gerhard Engel:
Freiheit, Zwang und gesellschaftliche Dilemmastrukturen: Zur liberalen Theorie des Staates

Dr. Klaus-Peter Rippe:
Von privaten und von real existierenden Staaten - Kritische Anmerkungen zum libertären Freiheitsverständnis

Stefan Blankertz:
Staat macht arm

Dr. Richard Reichel:
Soziale Marktwirtschaft, Sozialstaat und liberale Wirtschaftsordnung

Dr. Jörg Guido Hülsmann:
Brauchen wir staatliche Armenhilfe?

Dr. Gerhard Engel:
Liberalismus, Freiheit und Zwang

Gustave de Molinari:
Über die Produktion von Sicherheit




Impressum:

Herausgeber und Verlag:
Gesellschaft für Kritische Philosophie (GKP) Nürnberg.

Erster Vorsitzender:
Georg Batz, M.A., Endterstraße 9, 90459 Nürnberg

Erscheinungsweise:
»Aufklärung und Kritik« erscheint zweimal jährlich, jeweils im März und September. Sonderheft ca. einmal jährlich zusätzlich.

Redaktion:
Georg Batz, Dr. Gerhard Engel, Helmut Walther

Satz und Layout:
Helmut Walther, Nürnberg

Druck:
Gruner Druck G.m.b.H., Sonnenstraße 23b, 91058 Erlangen

Copyright:
Soweit nicht anders vermerkt bei den Autoren





Vorwort

von Dr. Gerhard Engel

 

Für jeden Liberalen ist die Institution des Staates eine Herausforderung. Denn Liberale sind an der Freiheit jedes Menschen interessiert; aber der Staat ist zweifelsfrei eine Institution, die Zwang ausübt. Sollten Liberale dieser kollektiven Zwangsinstitution daher nicht mit dem allergrößten Mißtrauen begegnen? Und sollte das Ziel ihres Nachdenkens daher nicht in der Abschaffung des Staates bestehen – im Interesse der Freiheit aller?

Die Thomas-Dehler-Stiftung widmete diesen Fragen eine Tagung unter dem Motto "Freiheit durch Zwang?", die im Juli 1996 in Nürnberg stattfand. Dabei wurden überraschend verschiedene Antworten auf diese Frage gegeben – überraschend zumindest für den, der mit der Überzeugung anreiste, daß Zwang der natürliche Feind der Freiheit ist. Denn man kann den Staat konzeptionell auch anders fassen: nicht als Bedrohung, sondern als Ermöglichung von Freiheit. Wenn das zuträfe, dann hätte die Abschaffung des Staates für diejenigen, denen die Freiheit am Herzen liegt, ungeahnte Konsequenzen: Man würde mit dem Staat auch die Freiheit abschaffen.

Diesem Problem war eine Folgetagung unter dem Motto "Libertäre und Liberale" im April 1997 gewidmet. Libertäre und Liberale haben eine verschiedene Sicht des Staates: Für Liberale ist der Staat eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für Freiheit; für den Libertären dagegen ist der Staat eine hinreichende Bedingung für Unfreiheit. Auch im Verlauf dieser zweiten Tagung konnte keine Einigung über die Punkte erzielt werden, die Libertäre und Liberale trennen. Aber man war sich einig, daß es diese Fragen verdienen, auch vor einem breiteren Publikum erörtert zu werden. So entstand die Idee zu diesem Sonderheft: Es will auch denjenigen Freunden der Freiheit, die nicht an den genannten Tagungen teilgenommen haben, einen Einblick in den erreichten Diskussionsstand geben. Der im Anhang abgedruckte Text des belgischen Sozialphilosophen Gustave de Molinari aus dem Jahre 1849 zeigt exemplarisch, daß diese Diskussion eine beachtliche Tradition hat – und nach meiner Einschätzung auch eine Zukunft haben wird.

Um dem Leser die Spannung nicht zu nehmen und um die hier versammelten Autoren nicht von vornherein "Lagern" zuzuordnen, sollen ihre Beiträge an dieser Stelle weder zusammengefaßt noch kommentiert werden: Suchet, so werdet ihr finden! Und so bleibt mir nur, allen Autoren herzlich für ihre Mühe zu danken, ohne die dieses Heft nicht hätte entstehen können.

 

Hildesheim, im August 1998

Gerhard Engel



Bearbeitung für das Internet: Helmut Walther (Juli 2001)


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