Aufklärung und KritikSonderheft Nr. 2 / 1998ISSN 0945-6627Schwerpunkt Liberalismus Alle Texte und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist unzulässig. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen sowie die Verarbeitung in elektronischen Systemen. Inhaltsverzeichnis: Dr. Gerhard Engel: Prof. Dr. Gerard Radnitzky: PD Dr. Hardy Bouillon: Dr. Ingo Pies und Dr. Gerhard Engel: Dr. Klaus-Peter Rippe: Stefan Blankertz: Dr. Richard Reichel: Dr. Jörg Guido Hülsmann: Dr. Gerhard Engel: Gustave de Molinari: Impressum: Herausgeber und Verlag: Erster Vorsitzender: Erscheinungsweise: Redaktion: Satz und Layout: Druck: Copyright: von Dr. Gerhard Engel
Für jeden Liberalen ist die Institution des Staates eine Herausforderung. Denn Liberale sind an der Freiheit jedes Menschen interessiert; aber der Staat ist zweifelsfrei eine Institution, die Zwang ausübt. Sollten Liberale dieser kollektiven Zwangsinstitution daher nicht mit dem allergrößten Mißtrauen begegnen? Und sollte das Ziel ihres Nachdenkens daher nicht in der Abschaffung des Staates bestehen – im Interesse der Freiheit aller? Die Thomas-Dehler-Stiftung widmete diesen Fragen eine Tagung unter dem Motto "Freiheit durch Zwang?", die im Juli 1996 in Nürnberg stattfand. Dabei wurden überraschend verschiedene Antworten auf diese Frage gegeben – überraschend zumindest für den, der mit der Überzeugung anreiste, daß Zwang der natürliche Feind der Freiheit ist. Denn man kann den Staat konzeptionell auch anders fassen: nicht als Bedrohung, sondern als Ermöglichung von Freiheit. Wenn das zuträfe, dann hätte die Abschaffung des Staates für diejenigen, denen die Freiheit am Herzen liegt, ungeahnte Konsequenzen: Man würde mit dem Staat auch die Freiheit abschaffen. Diesem Problem war eine Folgetagung unter dem Motto "Libertäre und Liberale" im April 1997 gewidmet. Libertäre und Liberale haben eine verschiedene Sicht des Staates: Für Liberale ist der Staat eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für Freiheit; für den Libertären dagegen ist der Staat eine hinreichende Bedingung für Unfreiheit. Auch im Verlauf dieser zweiten Tagung konnte keine Einigung über die Punkte erzielt werden, die Libertäre und Liberale trennen. Aber man war sich einig, daß es diese Fragen verdienen, auch vor einem breiteren Publikum erörtert zu werden. So entstand die Idee zu diesem Sonderheft: Es will auch denjenigen Freunden der Freiheit, die nicht an den genannten Tagungen teilgenommen haben, einen Einblick in den erreichten Diskussionsstand geben. Der im Anhang abgedruckte Text des belgischen Sozialphilosophen Gustave de Molinari aus dem Jahre 1849 zeigt exemplarisch, daß diese Diskussion eine beachtliche Tradition hat – und nach meiner Einschätzung auch eine Zukunft haben wird. Um dem Leser die Spannung nicht zu nehmen und um die hier versammelten Autoren nicht von vornherein "Lagern" zuzuordnen, sollen ihre Beiträge an dieser Stelle weder zusammengefaßt noch kommentiert werden: Suchet, so werdet ihr finden! Und so bleibt mir nur, allen Autoren herzlich für ihre Mühe zu danken, ohne die dieses Heft nicht hätte entstehen können.
Hildesheim, im August 1998
Gerhard Engel Bearbeitung für das Internet: Helmut Walther (Juli 2001) Sie sind der Dank für diesen Counter an http://www.digits.com/ ![]() |