DEN EINSAMEN
GEDICHTE UND GEDANKEN

von Gerhard von Beauvais


Der Titel verrät, wer hier angesprochen werden soll: die Vereinsamten und die Individualisten.
Vorliegende Auswahl schlägt einen stilistischen und thematischen Bogen vom naiven Naturgedicht bis zur Gedankenlyrik. Im Zyklus PILGERFAHRT wird der Aufbruch zu neuen Horizonten geschildert und die Rückkehr zur Humanität gefordert - wenn wir denn nicht in einer Hölle leben wollen.
Die beigestellten Texte erweitern die Gedanken zu einer freigeistigen Weltsicht.

Schon bald wird der Leser in eine Auseinandersetzung mit einem zentralen Thema verstrickt: Gott. Eine am Krieg festgemachte Theodizee konfrontiert ihn mit den Schlußfolgerungen, daß Gott weder allwissend, noch allmächtig, noch der liebende Vater der Menschheit ist.

"DER VATER UNSER STARB SICH TOT".

Durch Kant und Nietzsche längst entthront, wurde er durch die modernen Naturwissenschaften auf die Schöpfungsidee und die Summe der Naturgesetze reduziert.
Es gibt also keinen personifizierten Schöpfergott, den man um Hilfe anflehen könnte, und in dessen Namen Päpste, Ayatollas und andere selbsternannte Statthalter agieren und z.B. Soldaten und Waffen segnen dürfen, damit sie möglichst viele Mitmenschen massakrieren - im Namen des Herrn.
Mit einem antiquierten und dogmenseligen Gebot der hemmungslosen Vermehrung treibt der "heilige Vater" Millionen von Menschen in Elend und Tod und die Menschheit zum Abgrund. Der Autor befürchtet, daß diese ungeheuerlichen Verbrechen gegen die Menschheit ebenso wenig gestoppt und geahndet werden wie die fortwährenden Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch religiöse und nationalistische Fanatiker aller Couleur.
Für den Autor ist jegliche Religion ein Stück Menschenhirnen entsprungene Literatur und keinesfalls göttlichen Ursprungs.
In einem islamischen Land hätte er mit seien freimütigen Äußerungen wohl längst sein Leben verwirkt, aber wir leben ja in Geistesfreiheit. Noch.
Bequemer ist es freilich, solche beunruhigenden Gedanken gar nicht erst zur Kenntnis zu nehmen oder zu verdrängen - auch wenn immer mehr Menschen insgeheim ein schlechtes Gewissen dabei haben.




Inhaltsverzeichnis:

Geleitwort 1 - Motto 3 - Schattenspiele 4-5 - Rheinberger Skizze 6-7 - Weihnachtsballade 1945 8-9 - Ketzer 10 - Es 11 - Schicksal? 12 - Frühlingsanfang 14 - Sommeridylle 15 - Abendfriede 16 - Winternacht 17 - Sternschnuppe 18 - Flucht 19 - Erlösung 20 - Träumerei 21 - Nachtidyll 22 - Der Kelch 23 - Einsamsein 24 - Schiffbrüchige 25 - Jugenderinnerung 26 - Sterben 27 - Und kreisend wird sich die Erde drehn 28 - Die Pilgerfahrt 29 - Aufbruch 30 - Abschied 31 - Ins Freie 32 - Hinauf 33 - Morgen 34 - Wegweiser 35 - Unwetter 36 - Kreuzigung 37 - Ahnung 38 - Spätherbst 39 - Versuchung 40 - Schnee 41 - Streben 42-43 - Fernsicht 44 - An der Schwelle 45 - Kommentare zur Pilgerfahrt 46-49



Bezug über den Buchhandel oder die Gesellschaft für kritische Philosophie, Muggenhofer Straße 193, 90429 Nürnberg, gegen eine Schutzgebühr von EUR 7,00 (incl. Porto und Verpackung).


ZUM AUTOR

1925 in Bad Rothenfelde am Teutoburger Wald geboren, wuchs er in enger Naturverbundenheit auf, kam mit 14 Jahren in die Großstadt nach Krefeld und zog mit 17 freiwillig in den Krieg, aus dem er nach vier Jahren in die Geburtsheimat zurückkehrte.
Unter dem Eindruck der Kriegserlebnisse begann er zu schreiben. Die Hungerzeit überstand er bei der Besatzungsmacht. Dann folgten Schauspiel-Ausbildung und Wanderbühne bis zur Währungsreform.
Schlußstrich unter die brotlose Kunst und Ausbildung in der Rundfunk- und Fernsehtechnik. Sein Arbeitsleben verbrachte er in einem Großbetrieb der Elektroindustrie, wo er sich von der Pike an hocharbeitete und in zahlreichen Tätigkeiten die letzten 20 Jahre zum Arbeitsteam des Konzernchefs gehörte und als Direktionsassistent die rechte Hand des Entwicklungsvorstandes für den Personal- und Kostenbereich war.
Mit 59 Jahren schied er aus dem Arbeitsleben aus.
Interessen: Natur, Garten, Haustiere, Schach und Philosophie.
Weltanschaulich steht er auf dem Boden eines freigeistigen und liberalen Humanismus.




Liebe Mitglieder und Freunde unserer Gesellschaft,

unser langjähriges Mitglied Gerhard von Beauvais, der uns bereits vor einigen Jahren seinen hervorragenden Gedichtband "Den Einsamen" geschenkt hat, damit uns vom Erlös weitere Mittel für unsere Arbeit zur Verfügung steht, hat ein neues Buch mit Aphorismen vorgelegt, dessen Verkauf voll und ganz wieder der Arbeit unserer Gesellschaft zukommen soll. Der Vorstand möchte daher alle Mitglieder und Freunde bitten, das Buch zu bestellen. Es kostet EUR 13,- plus EUR 2,- Versandkosten (die natürlich wegfallen, wenn das Buch im Direktverkauf bei einer unserer Veranstaltungen erworben wird). Dieser Betrag kommt voll unserer Arbeit zugute. Wir möchten uns an dieser Stelle bei Herrn von Beauvais für seine großzügige Spende sehr herzlich bedanken.

Gerhard von Beauvais:
Gedanken und unbequeme Gedanken
Gedichte, Aphorismen, Religiöse Reflexionen

Auszüge:

MOTIVATION (S. 66)

Lust oder Unlust – das ist hier die Frage!
Sind es die Lüste, die uns motivieren
und damit laufend an der Nase führen?
(Besonders nachts, doch ebenso am Tage.)

Wo bleibt da, bitte schön, der Intellekt?
Wenn Lust und Unlust unser Tun regieren,
was unterscheidet uns dann noch von Tieren?
Ist es der Affe noch, der in uns steckt?

Dann wird es Zeit, daß wir ihn überwinden!
Wir sollten nicht nur Fühlen und nur Glauben.
Sind wir denn nur als Lüste-Spielball hier?

Wir sollten unser Tun auf Logik gründen
und uns nicht selbst der Illusion berauben,
daß wir ein wenig mehr sind als ein Tier.

 

KZ (S. 115)

Wo war Jehova als Millionen starben,
die an ihn glaubten, und die ihn verehrt?
Warum hat er ihr Leben denn begehrt?
Ließ sie verrecken und verdarben.

Ließ alt und jung ins Gas und Feuer gehen.
Und andre hungern zum Skelett. Entehrt.
Die Menschenwürde haben sie entbehrt.
Und nicht ein Hoffnungsschimmer war zu sehen.

Wie in der Bibel steht und Orthodoxe sagen,
geschieht doch ohne Gott nichts auf der Welt.
Kein Blatt, das ohne seinen Willen fällt.

Und keiner lebt und stirbt, der nicht gesollt.
Wer daran glaubt, muß seinen Gott Jehova fragen:
"Warum hast du den Holocaust gewollt?"

Zu beziehen ist das Buch direkt bei Georg Batz, Gustav-Adolf-Straße 31, 90439 Nürnberg, Tel. 0911-437937, Fax: 0911-454985 gegen Einsendung eines Schecks über EUR 15,- (incl. Porto und Verpackung).

Der Autor Gerhard von Beauvais hat seine Gedanken zum Irak-Krieg und zur derzeitigen Weltlage in das folgende Gedicht gekleidet:

HEGEMON

Ein Präsident, nicht echt gewählt,
der diese Welt in Atem hält.
Ein echter Fundamentalist,
und zwar kein Moslem, nein, ein Christ!
(genau gesagt ein Methodist).
Er glaubt, daß er an Gottes statt
den Erdball zu regieren hat.
Ein veritabler Größenwahn!
Doch der Bigotte glaubt daran.

Wer nicht so glaubt, wie er so glaubt,
dem schlägt er einfach auf das Haupt,
denn er hat den direkten Draht
und weiß, was Gott im Sinne hat.
Er weiß, wer gut, wer böse ist,
(wozu ist man denn schließlich Christ)
und wer entsprechend Gottes Rat
für böse sein zu büßen hat.

Das Christ sein ist so böse nicht,
doch dieser ist ein Bösewicht,
der sein Land über alle stellt,
als sei's der Nabel dieser Welt.

Das wöge alles halb so schwer,
wenn er ein kleiner Niemand wär.
Jedoch die Menschheit hat dies Pech:
der Bursche ist nur deshalb frech
weil er die stärkste Macht der Welt
in seinen schwachen Händen hält
und das bei einem Intellekt,
mit dem man besser sich versteckt,
statt einen Hegemon zu spielen
und nach der Ölwirtschaft zu schielen
(mit der man eng verbandelt war
wie auch die Mitarbeiterschar).
Auch Rüstungsfirmen sind nicht kleinlich.
Und Chauvinismus ist nicht peinlich.
Selbst Kriegsverbrechen schrecken nicht -
so böse ist der Wicht.

Vordringlich steht die Frage an,
wie man den Mann entmachten kann

– bevor nach seinen Kreuzzugssiegen
die "Bösen" ihm zu Füßen liegen
und solche, die er dafür hält

– bevor die Rechtsordnung der Welt,
die in Jahrzehnten installiert,
nach seinem Gusto funktioniert

– bevor er soviel Porzellan
zerdeppert hat, wie er nur kann,
und das man später kitten muß

– bevor zu allem Überdruß
er jeden zweiten Freund verprellt,
den sein Land hatte in der Welt.

Weil dieser stramme Chauvinist
für Invasion zu mächtig ist,
kann sich sein Volk nur selbst befrein.
Doch wann sehn das die Menschen ein?
Wann wird in Gottes eig'nem Land
die Notwendigkeit anerkannt?
Denn leider sind sehr viele Christen
in diesem Land auch Chauvinisten.

Millionen hoffen, daß zum Schluß
auch dieser Saddam fallen muß.
Auf Dauer duldet keine Welt,
daß man sie so zum Narren hält.

Gerhard von Beauvais 31.03.03.